Shih-Tzu

Es gibt viele Arten von Hunden in China.
Wegen seiner Schönheit und Liebenswürdigkeit
steht der Shih-Tzu an erster Stelle.
Er ist allgemein bekannt als langhaariger,
tibetischer Löwenhund.
Durch langjährige Zucht wurde
der "Lhasa-Löwenhund"
zu einer speziellen Kleinhundrasse,
dem Shih-Tzu.


Vier Farbvarianten des Shih-Tzu´s 

Obwohl der Shih-Tzu seinen Namen und
jetziges Aussehen dem alten China
verdankt,
weiß man, daß seine Vorfahren aus dem
Tibet stammen und dort als
"Heilige Hunde" lebten.
Sie existierten schon, als Srong-Tsan Gamp
dort
im 7. Jh. n. Chr. den Buddhismus einführte
und die Geschichtsschreibung begann.
Diese Glaubensform beinhaltet, daß Menschen,
die in ihrem ersten Leben gefehlt haben,
noch einmal in einer niedrigeren Lebensform,
z.B. als Tier, wiedergeboren werden.
Bei tibetischen Mönchen geschah das in Form
eines heiligen Hundes, der in Tempeln gehalten
wurde und in zahlreichen religiösen
Riten Verwendung fand.
Von Welpen glaubte man, daß diese "weise"
geboren wurden.
Die Hunde wurden so gezüchtet, daß
sie einem Löwen glichen -
dem heiligen Tier des Buddhismus -
da Buddha einen kleinen Hund besaß,
der sich auf Befehl in einen mächtigen Löwen
verwandelte, auf dem Buddha reiten konnte.

 Eine der königlichen Regeln hieß:
"Laßt den Löwenhund klein sein".
Gold, die Kaiserliche Farbe Chinas,
war überaus bevorzugt
, obwohl auch andere, wohlgezeichnete
Farbkombinationen gezüchtet wurden.
 

Eine weiße Blesse auf der Stirn,
das "heilige Zeichen Buddhas",
war bei den Mehrfarbigen hochgeschätzt,
ebenso eine weiße Rutenspitze.

Der Shih-Tzu, wie wir ihn heute kennen,
präsentiert sich als kleiner, kompakter Hund
mit einem Gewicht zwischen 4,5 bis 8,1 kg.
Er ist länger als hoch, geschlossen und stabil
in der Gesamterscheinung,
mit breiter, tiefer Brust, festen Schultern und
geradem Rücken.
Der Kopf ist breit und rund, mit gutem Abstand
zwischen den Augen.
Shih-Tzus aus englischen Linien,
wie sie verstärkt während der letzten
10 Jahre eingeführt wurden,
haben einen schwereren und größeren Kopf
durch die Einkreuzung von Pekingesen in den
60er Jahren.
Leider haben sie aber auch eine Tendenz zu
übergroßen, etwas vorstehenden Augen,
die häufig Weiß zeigen, ebenso haben sie gerne
die gebogenen Unterarme mit ausgestellten Pfoten,
wie sie Pekingesen haben. 

Der skandinavische Typ ist allgemein
etwas kleiner
und eleganter und hat meist eine schwerere,
glattere Haartextur, was die Pflege vereinfacht.
Der Standard schreibt einen
Vorbiß oder ein Zangengebiß vor;
die Kinnpartie muß gut ausgeprägt sein.
Die Haare auf dem Nasenrücken wachsen so,
daß ein "chrysanthemartiger Eindruck" entsteht.
Die Halslinie ist geschwungen
und ausreichend lang,
so daß der Kopf stolz getragen wird.

Die Läufe sind kurz, gut bemuskelt,
mit kräftigen
Knochen und so gerade als möglich.
Durch die reiche Behaarung erscheinen
sie stämmig.
Die Rute weist einen starken Haarbusch auf
und wird gut über dem Rücken getragen.
Der höchste Punkt des Rutenbogens ist in
etwa auf der gleichen Höhe wie der höchste
Punkt des Schädels, um eine harmonische
Silhouette zu geben.
Die Bewegung ist fließend, die Vorderläufe greifen
gut aus. Die Hinterhand gibt einen kräftigen Schub,
so daß die Ballen vollständig sichtbar werden.
Insgesamt ergibt sich ein Eindruck von Arroganz.

Das Haarkleid ist lang, dicht und nicht lockig.
Leichte Wellen sind erlaubt,
reichlich Unterwolle wird gewünscht.
Das Schopfhaar wird hochgebunden.
Alle Farben und Farbkombinationen sind erlaubt;
bei mehrfarbigen Hunden
wird eine weiße Stirnblesse und Rutenspitze
sehr gewünscht.
Die Fellpflege trägt einen wichtigen Teil zu
der Gesamterscheinung des Shih-Tzu bei.

Selbstverständlich können bei "Privathunden"
die Haare gekürzt werden. Der Shih-Tzu,
der in Ausstellungskondition gehalten werden muß,
macht seinem Besitzer jedoch einen
erheblichen Pflegeaufwand.
Tägliches, sorgfältiges Bürsten ist ein
unbedingtes Muß,
es ist jedoch darauf zu achten, daß nicht
zuviel Unterwolle und Haar ausgebürstet werden. 
  Besondere Pflege braucht der Bart und
die Gesichtsbehaarung,
um Verfärbungen durch Nässe
und Feuchtigkeit
zu vermeiden.
Das Haar soll möglichst Bogenlänge erreichen,
entsprechend ist der Ausstellungs-Shih-Tzu
zu halten.
Die Pflegemittel-Industrie stellt uns hier eine
fast nicht zu übersehende Vielfalt von Mitteln
zur Auswahl, angefangen vom Shampoo,
bis über Spülungen, Ölen und anderen
"Wundermitteln".
Stets wird von den Anwendern ein
großes Geheimnis um diese Produkte gemacht,
das man um keinen Preis weitergeben würde
- die Konkurrenz ist hart.

Leider hat sich in den letzten Jahren noch
eine andere Unart breitgemacht:
Die des Wickelns.
Hierbei werden die Haare des Hundes in
einzelne Strähnen aufgeteilt, die jeweils in
Papier eingewickelt und zu kleinen Päckchen
aufgerollt werden, die ein kleiner Gummi
zusammenhält.
Es hat sicherlich seine Berechtigung,
wenn einige Partien des Hundes, wie z.B.
der Bart und das Schopfhaar auf diese Weise
behandelt werden,
es läßt dem Tier mehr Bewegungsfreiheit und
erleichtert die Sauberhaltung ungemein.
Das Wickeln des gesamten Hundes,
zusammen mit
den vorher erwähnten Haarpflegemitteln
führt jedoch
leider dazu, daß man bei fast jeder Haarqualität
einen optischen guten Eindruck des frisch für
die Ausstellung zurechtgemachten
Hundes erreicht,
die genetische Veranlagung für gute Haartextur
und reiche Haarlänge und -fülle bleibt
dabei jedoch auf der Strecke.

Es werden heute von "Pflege-Experten"
Hunde in
den Ring gestellt, die ihre Haare
wie eine Schleppe hinter sich herziehen.
Zum ersten geht dies an den Forderungen des
Standards vorbei, zum zweiten ist
der Hund kaum
in der Lage, sich frei zu bewegen,
und von dem geforderten
fließenden Bewegungsablauf
bleibt nichts mehr übrig. Ganz zu schweigen
von der rassetypischen Arroganz -
wie soll das Tier diesen Eindruck machen,
wenn es beim Gehen mit seinen eigenen Haaren
zu kämpfen hat. Hier sind die Ausstellungsrichter
und gewissenhaften Züchter gefordert,
diesen Unarten Einhalt zu bieten,
sonst wird aus dem einst robusten,
lebenslustigen, unverwüstlichen Shih-Tzu
ein seelenloses Schauobjekt,
das im Ring mechanisch seine 3 Runden dreht,
Ausstellungsprädikate einsammelt und danach
mit aufgewickelten Haaren auf seinen nächsten
"Auftritt" wartet.

 

 

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