Havaneser
- Ein Rasseportrait
von Sandra Block

Herkunft:
Der Havaneser gehört zur
Rassegruppe der Bichons,
wie auch der Malteser, der Bologneser,
der Bichon frisé, das Löwchen
und der Coton de Tulear.

Zu seinen Verwandten zählen also
uralte Hunderassen die vor sehr vielen
Jahren
alle untereinander hervorgegangen sind.
Schon alleine die große Ähnlichkeit
der Bichonrassen untereinander lässt auf
eine Verwandtschaft schließen.

Der Name „Bichon“ bedeutet im
französischen, verhätscheln“.
Bei den adligen Damen der feinen Gesellschaft,
waren solche Hündchen äußerst beliebt.

Rassegeschichte:

Es gibt viele Theorien, wie der Havaneser
entstanden sein könnte.

Eine ist, dass der Havaneser durch
Handelskapitäne
von Spanien nach Kuba gebracht wurde.

Diese cleveren Schiffskapitäne benutzten
die kleinen Hündchen als „Türöffner“ für
ihre Geschäftsbeziehungen.
Die kleinen Luxusgeschöpfe dienten also
in erster Linie als Mitbringsel für die Damen
der feinen Gesellschaft.

Eine andere Theorie ist folgende:

Auf Kuba existierte bis dahin eine
Kleinhunderasse namens
„Blanquito de la Habana“.

Dies waren kleine weiße Hündchen mit
lebhaftem, intelligentem Charakter.

Es wird vermutet, dass durch Einkreuzung
mit dem Pudel schließlich
der Havaneser entstand.

Die ersten Havaneser wurden damals auch
als „Havana-Silk Dog“
(Havana´s Seidenhündchen)
bezeichnet, nach Kubas Hauptstadt.
Auf der Karibik-Insel, machten die
kleinen Havaneser Karriere und wurden
zum Symbol für Luxus.

Solange, bis man sie durch den
Sieg Castros 1959 aus Kuba verbannte
- sie waren
„lebendiges Symbol des Kapitalismus“.

Einigen mutigen Exilkubanern,
die während der Kennedy-Ära nach Amerika
flüchteten, gelang es jedoch ihre Hunde
mitzunehmen.
Diesen Menschen haben wir es heute
zu verdanken,
dass die Rasse gerettet werden konnte.

1981 brachte eine deutsche Züchterin
die ersten beiden Havaneser
von Amerika nach Deutschland.
Diese beiden Hunde bildeten den Grundstock
für die heutige Havaneserzucht in Europa.

Der Havaneser ist ein fröhlicher,
aufgeschlossener und freundlicher
Familien- und Begleithund.

Für wanderlustige Menschen ist
der Havaneser
ein treuer Begleiter, der
ausgedehnte Spaziergänge liebt.

Charakter und Eigenschaften:

Der Havaneser ist außergewöhnlich
intelligent
und durch seine stets wache Neugierde
sehr leicht zu erziehen.

Mit seinem offenen Wesen und seinem
unwiderstehlichen Charme erobert er im Sturm
jedes Herz und wird sehr bald der Mittelpunkt
jeder Familie.
Selbst Liebhaber größerer Hunderassen
verfallen dem natürlichen Charme
des kleinen Havanesers.

Havaneser sind sehr aufgeweckt,
liebevoll und fröhlich.
Ihre spielerische, kameradschaftliche und
drollige Art macht ihn zum absoluten Liebling
aller größeren Kinder.
Er tobt sozusagen mit Kindern um die Wette
und möchte unentwegt mit ihnen spielen.

Für Kleinkinder ist ein Havaneserwelpe
allerdings nicht der richtige Spielgefährte.

Der Havaneser passt sich im Verhalten und im
Bewegungsbedürfnis seinem Menschen an.

Er kann sich auf besondere Weise
still zurückziehen und auf der anderen Seite
tobt er gern, ist sportlich und begeistert
bei Spaziergängen und Wanderungen dabei.

Der Havaneser ist sehr auf „seine“ Familie
bezogen und ist glücklich,
wenn er als vollwertiges Mitglied
in der Familie aufgenommen wird.

Manche Züchter beschreiben den Charakter
des Havanesers ganz kurz:

„Der Havaneser ist der Hund mit
dem Herz aus Gold!"

Besonderheiten:

Besonderes Augenmerk muss auf die Pflege
des Haarkleides gerichtet werden.
Sein seidiges Haarkleid verleiht dem Havaneser
eine große Eleganz und außergewöhnliche
Vornehmheit.
Der Havaneser hat keinen saisonbedingten
Haarwechsel.

Der Havaneser ist kein Kläffer,
kann sich jedoch in einen wütenden Bewacher
des Hauses verwandeln,
wenn er meint, seine Familie
beschützen zu müssen.

Immer wieder hervorzuheben ist
seine besondere Anpassungsfähigkeit.
Einerseits ungestümer, fröhlicher Wirbelwind
und andererseits ruhig, ausgeglichen
und kaum spürbar.

Nicht umsonst wurde der Havaneser 1997
von einer Hundezeitschrift zum
„Hund des Jahres“
gekürt.

Die Lebenserwartung liegt realistisch
bei etwa 12 bis 15 Jahren.

Gesundheit:

Der Havaneser ist ein sehr robuster
und lebenslustiger Kleinhund.
Gesundheitsprobleme wie HD kennt
man nicht.

Eine Veranlagung zu Kniescheibenluxation
ist bei Kleinhunden vorhanden.

Die Hunde unseres
„Verbandes Deutscher Kleinhundezüchter„
werden vor ihrer Zuchtverwendung untersucht, um vorauszusetzen,
dass nur mit gesunden Hunden
gezüchtet wird.

Im Ausland traten sehr vereinzelt Fälle
von Katarakt auf. Um festzustellen,
ob auch wir in Deutschland eventuell Probleme
damit haben, wurde von
der Zuchtleitung unseres Verbandes 1999
eine Augentersuchung für
alle Havaneser-Zuchthunde gefordert.

Diese Bestandsuntersuchung hatte
zum Ergebnis,
dass unsere deutschen Havaneser
keinerlei Probleme
mit Augenkrankheiten haben.

 

 

 

 

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